Ausbildungsplätze statt Auslandseinsätze!

Nachdem ich das vergangene Wochenende noch im Unistress untergegangen bin, konnte ich mich am Dienstag - nach Abgabe meiner Hausarbeit zum Thema Hartz IV - endlich an der Kampagnentour der Linksjugend ['solid] beteiligen. Unter dem Motto 'Mitkämpfen!' ist der Jugendverband noch bis zum Wahltermin in insgesamt über 30 Städten und Gemeinden auf Station und sucht dort vor den Schulen und Oberstufenzentren Gespräche mit SchülerInnen und Auszubildenden.

Am Dienstag in Birkenwerder und am Mittwoch in Hennigsdorf trafen wir auch zwei junge Leute, die erzählten, dass sie zur Bundeswehr gehen würden, weil das aus ihrer Sicht die einzige Möglichkeit für sie wäre, eine gute Ausbildung zu bekommen und finanzielle Mittel zu beziehen, von denen sie leben könnten.

Ich fand das interessant und zugleich auch erschreckend. Die Bundeswehr als Ersatz für Betriebe und Ausbildungsstätten, als vermeintlich einzige Ausflucht aus der Perspektivlosigkeit, die in vielen Gegenden herrscht. Mir wurde dabei einmal mehr klar, dass sich in Sachen Ausbildung dringend etwas tun muss.

Wir brauchen genügend attraktive Ausbildungsplätze für alle, mit Aussicht auf Übernahme und einer Vergütung, von der man leben kann. Zudem hat die Bundeswehr an den Schulen nichts zu suchen, wo sie in letzter Zeit immer häufiger Werbung machen, um junge perspektivlose Menschen mit zum Teil leeren Versprechungen zu rekrutieren. Diese meinen, keine andere Wahl zu haben und wollen eigentlich nicht in Kriege geschickt werden, sondern sehnen sich meist einfach nur nach einer sicheren Zukunft.

Trotz dieser ernüchternden Momente waren die beiden Tourtage, bei denen ich dabei sein konnte, ein Erfolg. Selten waren junge Leute so interessiert an politischen Themen und unserer Arbeit. Wie es mit der Tour weitergeht, erfährt man auf www.mitkaempfen.de.