Ausbildungsplätze statt Auslandseinsätze!Nachdem ich das vergangene Wochenende noch im Unistress untergegangen
bin, konnte ich mich am Dienstag - nach Abgabe meiner Hausarbeit zum
Thema Hartz IV - endlich an der Kampagnentour der Linksjugend ['solid]
beteiligen. Unter dem Motto 'Mitkämpfen!' ist der Jugendverband noch
bis zum Wahltermin in insgesamt über 30 Städten und Gemeinden auf
Station und sucht dort vor den Schulen und Oberstufenzentren Gespräche
mit SchülerInnen und Auszubildenden.
Am Dienstag in Birkenwerder und am Mittwoch in Hennigsdorf trafen wir auch zwei junge Leute, die erzählten, dass sie zur Bundeswehr gehen würden, weil das aus ihrer Sicht die einzige Möglichkeit für sie wäre, eine gute Ausbildung zu bekommen und finanzielle Mittel zu beziehen, von denen sie leben könnten. Ich fand das interessant und zugleich auch erschreckend. Die Bundeswehr als Ersatz für Betriebe und Ausbildungsstätten, als vermeintlich einzige Ausflucht aus der Perspektivlosigkeit, die in vielen Gegenden herrscht. Mir wurde dabei einmal mehr klar, dass sich in Sachen Ausbildung dringend etwas tun muss. Wir brauchen genügend attraktive Ausbildungsplätze für alle, mit Aussicht auf Übernahme und einer Vergütung, von der man leben kann. Zudem hat die Bundeswehr an den Schulen nichts zu suchen, wo sie in letzter Zeit immer häufiger Werbung machen, um junge perspektivlose Menschen mit zum Teil leeren Versprechungen zu rekrutieren. Diese meinen, keine andere Wahl zu haben und wollen eigentlich nicht in Kriege geschickt werden, sondern sehnen sich meist einfach nur nach einer sicheren Zukunft. Trotz dieser ernüchternden Momente waren die beiden Tourtage, bei denen ich dabei sein konnte, ein Erfolg. Selten waren junge Leute so interessiert an politischen Themen und unserer Arbeit. Wie es mit der Tour weitergeht, erfährt man auf www.mitkaempfen.de. Zu Koalitionen und StasiMario Dannenberg fragte am 05. September 2009 auf www.wahlbotschafter.de:
Sehr geehrte Frau Dahme! Wie stehen Sie zu einer Koalition aus Linken, Sozialdemokraten und Grünen? Und wie beurteilen Sie die Tatsache, daß ehemalige Stasi-Mitarbeiter an der Spitze der Linken in BB stehen? Ich weiß, daß diese Frage nicht einfach ist, doch gibt es diesbezüglich ständig Fragen in meinem Umfeld! MfG Mario Antwort: Lieber Mario, danke für die Geduld. Die Hausarbeit ist abgegeben, so dass ich mich um die Fragen kümmern kann. Zu rot-rot-grün: Ich bin nicht dogmatisch, sondern mache das von den Inhalten abhängig. Wenn es möglich ist, mit SPD und Grünen soziale, friedliche und fortschrittliche Politik zu machen, dann ist eine Zusammenarbeit denkbar. Das ist momentan leider nicht der Fall. Ich stehe in Brandenburg für Forderungen, von denen ich für keine Koalition der Welt abrücken würde: Keine Kürzungen in den Bereichen Bildung und Soziales! Einem solchen Haushalt würde ich nicht zustimmen. Was die SPD betrifft, so sieht es in Brandenburg danach aus, als würde sie lieber mit der CDU weiterregieren. Wenn man sich also eine sozialere Politik in Brandenburg wünscht, muss man DIE LINKE wählen. IM-Frage: Ich mache meine Beurteilung solcher Vergangenheiten davon abhängig, was Personen damals genau getan haben und wie sie nach der Wende damit umgegangen sind. Wer Reue zeigt und sich distanziert, hat m.E. eine Chance verdient, sich heute für eine bessere Gesellschaft einzusetzen. Kerstin Kaiser macht dies seit langem: /www.kerstin-kaiser.eu/persoenlich/meine_vergangenheit Viele Grüße,
Zu Koalitionen und StasiMario Dannenberg fragte am 05. September 2009 auf www.wahlbotschafter.de:
Sehr geehrte Frau Dahme! Wie stehen Sie zu einer Koalition aus Linken, Sozialdemokraten und Grünen? Und wie beurteilen Sie die Tatsache, daß ehemalige Stasi-Mitarbeiter an der Spitze der Linken in BB stehen? Ich weiß, daß diese Frage nicht einfach ist, doch gibt es diesbezüglich ständig Fragen in meinem Umfeld! MfG Mario Antwort: Lieber Mario, danke für die Geduld. Die Hausarbeit ist abgegeben, so dass ich mich um die Fragen kümmern kann. Zu rot-rot-grün: Ich bin nicht dogmatisch, sondern mache das von den Inhalten abhängig. Wenn es möglich ist, mit SPD und Grünen soziale, friedliche und fortschrittliche Politik zu machen, dann ist eine Zusammenarbeit denkbar. Das ist momentan leider nicht der Fall. Ich stehe in Brandenburg für Forderungen, von denen ich für keine Koalition der Welt abrücken würde: Keine Kürzungen in den Bereichen Bildung und Soziales! Einem solchen Haushalt würde ich nicht zustimmen. Was die SPD betrifft, so sieht es in Brandenburg danach aus, als würde sie lieber mit der CDU weiterregieren. Wenn man sich also eine sozialere Politik in Brandenburg wünscht, muss man DIE LINKE wählen. IM-Frage: Ich mache meine Beurteilung solcher Vergangenheiten davon abhängig, was Personen damals genau getan haben und wie sie nach der Wende damit umgegangen sind. Wer Reue zeigt und sich distanziert, hat m.E. eine Chance verdient, sich heute für eine bessere Gesellschaft einzusetzen. Kerstin Kaiser macht dies seit langem: /www.kerstin-kaiser.eu/persoenlich/meine_vergangenheit Viele Grüße,
Zu KITAS - Teil 2Marlis Richter fragte am 04. September nochmal nach (siehe erste Frage vom 03.09.09) auf www.wahlbotschafter.de:
Liebe Frau Dahme, leider sind Sie gar nicht auf meine Frage in puncto Sanierung der Kitas eingegangen, sondern haben sich mehr auf den Personalschlüssel konzentriert, der meiner Meinunug nach, nicht nur für die 0-3 Jährigen erheblich erhöht werden muss. Wie und woher wollen Sie das Geld für eine Verbesserung der jetzigen Kitazustände nehmen. Laut Bildungsminister Rupprecht stehen keine Gelder zu Verfügung. MfG Marlis Richter Antwort: Liebe Frau Richter, wenn ich schreibe, dass Bildung für mich Prorität hat, dann betrifft das aus meiner Sicht auch die Ausgaben. Es muss endlich wieder mehr Geld für Bildung ausgegeben werden, das betrifft auch die KITAs. Das Geld ist überall knapp, aber es wäre da. Solange wir beispielsweise als Land keine Wassernutzungsentgelte von Vattenfall erheben, entgehen uns jährlich 20 Millionen €, die wir in die Sanierung der KITAs investieren könnten. Solange wir genug Geld haben, um den Neubau eines Schlosses und den entsprechenden Umbau der Verkehrswege mit Millionen € zu bezuschussen, kann mir auch kein Holger Rupprecht weismachen, dass andernorts keine Gelder zur Verfügung stehen. Es gibt viel zu viele überflüssige Großprojekte in Brandenburg, die Geld verschlingen. Es ist eben eine Frage der Prioritätensetzung. Wenn man wie die Große Koalition im Bundesrat der Schuldenbremse zustimmt, dann wird es in den kommenden Jahren immer schwieriger für die Finanzierung der KITAs. Dabei muss man gerade in Zeiten der Krise in die Zukunft investieren - das heißt, in unsere Kinder. Freundliche Grüße,
Zu ländlichen RäumenIris Homuth fragte am 03. September 2009 auf www.wahlbotschafter.de:
Liebe Katja, kannst Du Dein Ziel des Ausbaus und Erhalts der Infrastruktur in ländlichen Räumen etwas näher erläutern? Danke und viele Grüße, Iris Antwort: Liebe Iris, es geht mir dabei um ein gleichwertiges Leben in allen Regionen Brandenburgs. Platzeck betreibt eine sogenannte Leuchtturm-Politik, wonach bestimmte Regionen und Projekte besonders gefördert werden sollen. Folge ist, dass es ganze Regionen gibt, die kaum noch Förderung erhalten und in denen die Infrastruktur darunter leidet. Zu einem lebenswerten Brandenburg gehört meiner Meinung nach, dass man - egal in welchem Ort oder Landkreis man lebt - Zugang zu Gesundheit, Bildung und Kultur hat. Das heißt zum Einen, dass Schulstandorte und Jugendclubs erhalten bleiben müssen (die Große Koalition hat in der letzten Legislatur knapp 200 Schulen geschlossen und Mittel des Landesjugendplans gestrichen). Das heißt zum Zweiten, dass Ärztepraxen in der Fläche nicht immer mehr zur Seltenheit werden dürfen. Zum Dritten muss dafür gesorgt werden, dass der Öffentliche Nahverkehr ausgebaut statt ausgedünnt wird. Der ÖPNV muss zudem bezahlbar bzw. Schülerbeförderung für die Eltern kostenfrei sein. Das Mobilitäts- oder auch Sozialticket sollte es auch für Tages- und Kurzfahrten geben. Das war jetzt viel auf einmal. Ich bin also offen für weitere Detailfragen. ;) Viele Grüße,
Zu den KITAsMarlis Richter fragte am 03. September 2009 auf www.wahlbotschafter.de:
Hallo Frau Dahme, Potsdam rühmt sich mit dem Titel kinderfreundlichste Stadt Deutschlands. Trotz kinderunfreundlichen Zuständen in unsanierten und überfüllten Kitas. Den, mehr als unzureichenden Betreuungsschlüssel, brauche ich, glaube nicht zu erwähnen, der ist bekannt. Irgendwelche Vorschläge zur Verbesserung der Kitazustände, die auch umgesetzt werden können? Antwort: Liebe Frau Richter, da Sie den Personalschlüssel angesprochen haben, wissen Sie vielleicht, dass wir seit Jahren versuchen, diesen zugunsten der Kleinsten zu verbessern. Die Anträge der LINKEN dazu im Landtag wurden von SPD und CDU leider abgelehnt. Eine Verbesserung beim Personalschlüssel könnte aber - und muss meiner Meinung nach auch - umgesetzt werden. Das Personal muss aber auch entsprechend der Tätigkeit gut bezahlt sein, weshalb wir den Streik der ErzieherInnen unterstützt haben. Für mich hat Bildung Priorität, weshalb ich nicht nur Kürzungen finanzieller Mittel in diesem Bereich verhindern will, sondern auch zusätzliche Investitionen fordere. Auch für notwendige Sanierungen. Es muss einen Rechtsanspruch auf KITA-Plätze geben, auch für Eltern, die arbeitslos sind. Die Versorgungsquoten in Brandenburg sind mit 93% für 3- bis 6-Jährige und nur 43% für die unter Dreijährigen viel zu niedrig. Für jedes Kind muss ein KITA-Platz vorhanden sein und jedes Kind verdient Aufmerksamkeit und gute Betreuung. Rechtsanspruch auf KITA-Platz bzw. Versorgung in der Fläche, Verbesserung des Personalschlüssels und dafür mehr Geld gehen Hand in Hand. Viele Grüße,
Zur AusbildungssituationNinchen fragte am 19. August 2009 auf www.wahlbotschafter.de:
Hallo Frau Dahme,
Gruß
Antwort: Liebe Nina,
die Zahlen für Brandenburg sprechen eine deutliche Sprache. Zuletzt
kamen auf 10.113 gemeldete Ausbildungsstellen 21.065 junge Menschen,
die eine Ausbildung gesucht haben (Daten der Bundesagentur für Arbeit).
Die Chancen, eine Ausbildung in Brandenburg zu bekommen, stehen also
50:50 - und da zählen dann auch all diejenigen Angebote dazu, die einem
vielleicht gar nicht zusagen, die man aber annimmt, wenn man nichts
anderes findet.
Viele Grüße, Katharina Zum BildungssystemZum RechtsextremismusLiebe
Katharina, ihr habt ja in Brandenburg ähnlich wie wir in Thüringen arge
Probleme mit Rechtsextremen. Was empfiehlst du Jugendlichen die von
Rechtsextremen von DVU oder NPD angesprochen werden zu tun. Viele
Jugendlichen habe ja wenig Perspektive und da kommen mal welche die
wirklich anpacken? Das ist doch häufig die Antwort. Wie siehst du das
und was muss passieren dagegen?
Antwort: Lieber Sandro, leider werden Jugendliche und ihre Probleme oft nicht ernst genommen. Sie merken, dass wenig in ihre Zukunft investiert wird (z.B. in Bildung, Ausbildung). Im Gespräch mit ihnen muss man deutlich machen, dass die Rechtsextremen mit ihrer auf Ausgrenzung aufbauenden Ideologie keinen Ausweg aus den Problemen darstellen, sondern nur Sündenböcke benennen wollen. Wenn man die Lebenssituation der Menschen verbessert, sind sie weniger anfällig für solch ausgrenzende Argumente von rechts. CDU will Lehrerstellen schaffen, die sie selbst gekürzt hatPresseerklärung: Linksjugend ['solid] bezweifelt Glaubwürdigkeit der Koalitionsparteien Die Parteien haben Bildung als Wahlkampfthema für sich entdeckt. Jüngst ist es die CDU, die mit der Forderung nach Schaffung 1500 neuer LehrerInnenstellen in die Öffentlichkeit tritt. Katharina Dahme, Kandidatin der LINKEN zu den Landtagswahlen, findet dies unglaubwürdig: "Seit 2004 hat die CDU gemeinsam mit der SPD über 4400 LehrerInnenstellen gestrichen. Jetzt will sie plötzlich wieder 1500 Lehrerinnen und Lehrer einstellen. Das ist ein offenes Schuldeingeständnis und riecht nach WählerInnenbetrug." |



Hallo Frau Dahme, was muss sich nach Ihrer Meinung an unserem Bildungssystem in Brandenburg ändern? Seit Jahren kriegt man immer nur Versprechungen, die Auswirkungen von Reformen zeigen sich meist erst in der nächsten Schülergeneration. Was wollen Sie in dem Bereich leisten. Einen Gruß aus der schönen Uckermark
Antwort:
Liebe Frau Prestel,
langfristig muss das Bildungssystem dahingehend verändert werden, dass junge Menschen nicht blind auswendig, sondern tatsächlich für sich selbst lernen (wie oft behauptet wird, aber selten der Realität entspricht). Außerdem müssen wir die große soziale Selektion überwinden, nämlich den Zustand, dass Kinder aus ärmeren Familien nachweislich schlechtere Bildungschancen haben.
Kurzfristig brauchen wir mehr Investitionen in Bildung statt in Banken, in den letzten Jahren wurde andauernd gespart. Wir brauchen mehr Lehrpersonal und SchulsozialarbeiterInnen, kleinere Klassen und in vielen Regionen auch kürzere Wege für SchülerInnen. Schulen dürfen nicht weiter geschlossen werden!
Ganz wichtig: Bildung ist Menschenrecht und keine Ware, darf daher nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen. Kostenfreie Bildung muss gewährleistet werden, vom KITA-Platz bis zum Studium.
Wegen all dieser Forderungen habe ich mich zuletzt auch am Bildungsstreik im Juni beteiligt.
Wenn Sie etwas konkreter wissen möchten, nur zu.
Viele Grüße,
Katharina